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Dies ist die Geschichte meines Lebens. Ich lasse euch daran teilhaben, damit sie
nicht vergessen geht. Wer dies liest und damit Teil davon wird, darf sich in meinem
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Hab ne wundertolle ''Story'' gefunden. Ich hab gefragt, ob ich sie auf meine HP ziehen darf! Und ich darf! *smile* Also...hier ist:

Aira!

Wir waren irgendwo zwischen einem Hier und einem Jetzt, in dieser hauchdünnen Sekunde im Zwischenraum, in welchem einen das ziehende Gefühl im Bauch überkommt, man falle mit rasend hoher Geschwindigkeit einen tiefen Abhang hinab. In diesem Bruchteil von Sekunden überlegten wir, wie die Wirklichkeit sich wohl anfühlt in dem Moment, in dem sie zerbricht. Wie Glas unter den Händen, Weingläser, die wir beim Abwasch zerdrückt haben. Die Splitter haben sich tief ins Fleisch gebohrt, Wirklichkeitsfragmente, schneidend und scharf. Es ist dieser eine Moment, in dem wir einfach fallen, und für uns hört die Welt auf zu schlagen. Für niemanden sonst. Keiner sonst sieht den Zwischenraum, niemand bemerkt, wie die Welt sich umdreht, auf den Kopf stellt, in sich zusammenfällt, wie eine Seifenblase in der Achterbahn. Sie sind im Hier und im Jetzt, und torkeln nicht wie wir, um Halt ringend, betrunken an Farben und Fallgeschwindigkeit, durch den Zwischenraum.


Eigentlich wollten wir im Hier bleiben. Wir wollten in dein Gesicht schauen und deine Hand halten, während du erzählst. Wir wollten dir zuhören und dich aufmerksam anlächeln, und eine Weile erfreuen an deiner Gegenwart und der Leichtigkeit eines Augenblicks. In dem wir nichts tun müssen, uns nur zurücklehnen, deine Hand halten und dir zuhören. Diese Momente, in denen wir ausruhen können, nicht darauf achten müssen, nicht zuviel preiszugeben von unseren Welten. In denen wir daran glauben können, dass du das schon machen wirst. Aber zwischen einer Silbe und der nächsten sind wir verschwunden, sind haltlos geworden und zerflossen in uns selbst, wir schieben uns aneinander vorbei nach draußen, zurück und in die Anderswelt, die sich heute morgen durch das Fenster auf dem blanken Tisch gespiegelt hat. Wir betrinken uns an der Stille, die alles verschluckt, und an dem Weiß, das uns umgibt. Es ist wattig, schwammig, weich und undurchsichtig. Es ist der Weiße Raum. Der Zwischenraum wenn du nicht lachen kannst und nicht weinen kannst, und Rot und Schwarz dich nicht haben wollen. Wir rudern anfangs noch zurück, wir wollen dich nicht allein lassen, und jemand erinnert uns daran, wie gefährlich der Weiße Raum ist. Wie er alles verschlingt und nicht mehr preisgibt. Aîra flüstert. Sie flüstert sanft und erhaben um uns herum. Wir wollen hier nicht weg. Jemand hat Angst, aber Aîra beruhig ihn. Wir verstehen kaum, was sie sagt. Sie spricht ihre eigene Sprache, ist Hüterin des Weißen Raumes. Sie liebt uns. Wenn sie jemals jemanden lieben kann. Wir verlieren uns, wir ertrinken.
Dabei wollen wir doch nur in dein Gesicht sehen, deine Hand halten, dir eine Weile zuhören und vergessen, was in uns lebt. Was in uns tobt, was in uns lacht und weint und schreit. Wir wollen uns eine Weile vergessen, eine Weile verzeihen und dir zuhören.
Wenn wir zurückkommen, ist keine Zeit vergangen. Du beendest den Satz und beginnst den nächsten, ungedenk der Dinge, die in der Anderswelt passieren, die dir fremd ist. Der Zwischenraum, den ihr einfach überspringt und ihn kaum einmal bemerkt, und in den wir regelmäßig hineinfallen, weil wir stolpern. Keine Sekunde ist vergangen, doch wir haben vergessen, wozu wir hier sind, was wir hier wollten, was du sagtest, warum du bei uns bist und wessen Hand es ist, die deine hält.

Mit den Jahren wird es nicht besser. Wir haben nur schmerzhaft bemerkt, dass ihr nicht wisst um den Zwischenraum, und dass ihr uns so leicht verletzt, wenn wir es preisgeben, und euer Stirnrunzeln und euer zweifelnder Blick, die Fragen in euren Augen, die ihr euch nicht auszusprechen traut, ängstigen uns. Wir haben gelernt, es fernzuhalten von euch.
Aîra schützt ihren Raum durch uns.


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